Inhalte - Katathym Imaginative Psychotraumatherapie (KIPT)
KIPT trägt dem Rechnung, dass in der Traumatherapie imaginativen Verfahren eine besondere Bedeutung zukommt, da sie über das Medium bildhaften Denkens Verhaltensinszenierungen und Körperempfindungen mit der Sphäre sprachlichen Ausdrucks und mit rationalem Verstehen vermitteln (vgl. & 1998).
Katathym Imaginative Psychotraumatherapie KIPT hat zum Ziel die sensomotorisch, bildhafte und verbale Ebene der traumatischen Erfahrung miteinander zu verbinden und so traumatische Erfahrungen in die Lebensgeschichte und das Ich-Selbst-System der Betroffenen zu integrieren. Dazu nutzt sie
- die Ergebnisse der Psychotraumatologie (wissenschaftliche Untersuchung und Behandlung seelischer Verletzungen und ihrer Folgen (& 1998),
- die langjährigen Erfahrungen aus der Katathym Imaginativen Psychotherapie KIP mit Traumatisierten und der KIPT,
- die Erfahrungen der dynamisch imaginativen Traumatherapie (& )
- Wurmsers psychodynamischen Ansatz zur Bearbeitung innerer Konflikte, die auf Traumata basieren.
Inhalte der KIPT
Die psychotherapeutische Zusatzqualifikation umfasst 100 Unterrichtseinheiten.
Davon entfallen jeweils: 60 Stunden auf Theorie und Technik, 40 Stunden auf Erprobung des eigenen Psychotherapeutenverhaltens und auf Selbsterfahrung. Insgesamt erfolgt die Ausbildung an 6 Wochenenden (jeweils freitags und samstags mit je 16,5 Unterrichtseinheiten).
Abschluss: Zertifikat, das die erfolgreiche Teilnahme und die Inhalte der Weiterbildung enthält.
Verantwortliche Leitung der Weiterbildung:
Frau Diplom-Psychologin Beate Steiner, psychologische Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin, Dozentin, Lehrtherapeutin und Supervisiorin der AGKB, staatlich anerkannte Supervisorin, Lehrtherapeutin/-analytikerin und Dozentin.
Mitarbeiterinnen:
- Frau Diplom-Psychologin Irmgard Künzl-Daldorf, psychologische Psychotherapeutin, Verhaltenstherapeutin, EMDR-Therapeutin und DeGPT-zertifiziert (spezielle Psychotraumatherapie). Dozentin der AGKB, Supervisorin und Lehrtherapeutin.
- Frau Dr. med. Gabriele Löw, Psychiaterin und Psychotherapeutin in eigener Praxis, KIP-Therapeutin und Lehrtherapeutin der AGKB, EMDR-Therapeutin und DeGPT-zertifiziert (spezielle Psychotraumatherapie).
Theoretisch und praktische Inhalte der Weiterbildung
- Einführung in Geschichte der Psychotraumatologie, in Struktur, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten seelischer Verletzungen und ihrer Folgen; Verlaufsmodell psychischer Traumatisierung, Komponenten der Traumareaktion, Psychodynamik der Traumabewältitigung, Syndrome der allgemeinen und speziellen Psychotraumatologie, Allgemeine Psychotraumatherapie
Zusammenfassend lassen sich die Therapieschritte, die im Rahmen ambulanter Katathym Imaginativer Psychotraumatherapie (KIPT) Anwendung finden können und in der Weiterbildung von uns vermittelt werden, folgendermaßen beschreiben:
Beziehungsherstellung und Stabilisierung:
- Tragendes sicheres Arbeitsbündnis und entsprechende Rahmengestaltung; Ressourcen-orientiert Imagination, mit Motiven zur narzisstischen Restitution; in der diagnostischen Phase Arbeit mit dem Blumenmotiv, zur Stabilisierung mit dem modifizierte Blumenmotiv. Als weiteres stabilisierendes Motiv wird der sichere Ort initial bald möglichst eingeführt. Das Arbeiten mit dem Tresor-Motiv wird vermittelt, um Patienten mittels der Imagination vor intrusives Material zu schützen.
Stabilisierungsphase:
- Entfalten imaginativer Fähigkeiten und Möglichkeiten der Symbolisierung, Entwickeln der Selbsthilfekräfte; in der Imagination wird weiterhin ressourcenorientiert gearbeitet mit den eingeführten Motiven, zusätzlich wird Kontakt zu inneren hilfreichen Gestalten/Begleitern geschaffen, der weisen, gütigen und milden Gestalt, auch zu einem starken, kräftigen, wehrhaften Tier. Es werden oder einer entsprechenden Gestalt, auch Grundstufenmotive der KIP verwendet mit der Betonung auf eine wunschgemäße Gestaltung.
Arbeit mit dem inneren Kind:
- Wir differenzieren das Konzept des "inneren Kindes" in unserer therapeutischen Arbeit in zwei Hinsichten: als "ideale" Selbstrepräsentanz und als mehr "empirische" Selbstrepräsentanz - das "innere Kind" und das "traumatisierte innere Kind" mit seinen historischen Beziehungen und Phantasien darüber - und wir versuchen diese deutlich voneinander zu trennenden Zustände mittels Imagination nacheinander Gestalt annehmen zu lassen.
Phase der imaginativen Auseinandersetzung mit dem traumatischen Geschehen:
- Erst wenn wir den Patienten für ausreichend stabil halten und er dazu bereit ist, leiten wir vorsichtig eine imaginative Begegnung mit dem "traumatisierten inneren Kind" ein. Die Bezugnahme auf das "traumatisierte innere Kind" ermöglicht es, dass sich die historischen Erfahrungen und Erlebnisse und die Phantasien darüber imaginativ in Szene setzen können.
Erneute Stabilisierungsphase:
- Ressourcen-orientiert Imaginationen.
Arbeit mit den Traumaintrojekten:
- Da sich traumatische Subjekt-Objekt-Erfahrungen im Über-Ich verewigen und von dort das Ich/Selbst des Patienten angreifen, wird in der imaginative Auseinandersetzung mit dem malignen Introjekt versucht, diesen Vorgang systematisch zu symbolisieren. Dadurch können destruktive Mechanismen aufgespürt, erkannt, handhabbar und veränderbar gemacht werden und so das maligne Objekt allmählich aus dem psychischen Organismus "ausgeschieden" werden.
Erneute Stabilisierungsphase:
- Ressourcenorientierte Imaginationen.
Phase des Durcharbeitens:
- Es geht jetzt darum, die Arbeit mit dem inneren Kind fortzusetzen, in einer Weise, dass eine weitere Auseinandersetzung die affektive Dimension dessen, was Kindheit für den Patienten war, durch partielles Durchleben und Durchleiden mittels Imagination ermöglicht wird, damit unbewusste infantile Bedürftigkeiten und Fixierungen aufgehoben und mobilisierten Konflikte durch gearbeitet werden können.
Phase der Trauerarbeit:
- Trauerarbeit kostet Zeit. Erst nachdem Verluste und Traumata identifiziert, und im schützenden therapeutischen Raum noch einmal durchlebt wurden, können sie als weitreichende Erfahrungen in das eigene Leben integriert werden. Abschlussphase der ambulanten Arbeit: Dem Patienten soll dazu verholfen werden, seine Wünsche und Bedürfnisse besser identifizieren zu können und angemessene Mittel und Wege zu finden, wie er sie auf gesunde Weise befriedigen kann. Imaginativ versuchen wir weiterhin den Prozess zu unterstützen mehr mit sich selbst identisch zu sein. Durch gezielte verstärkte, Ressourcenorientierte Imagination versuchen wir eine Hinwendung zu Kreativität und konkreter Lebensplanung zu unterstützen.