DeGPT zertifiziertes Curriculum in Psychotraumatherapie

Mit folgenden curricularen Inhalten können Sie die Qualifikation in Spezieller Psychotraumatherapie nach den Richtlinien der DeGPT und eine entsprechende Anerkennung erwerben.

 

Curriculare Module/Inhalte  Std. (UE)
 1. Theoretische Grundlagen
Geschichte der Psychotraumatologie, Neurobiologie, Besonderheiten des Traumagedächtnisses, Überblick über traumaspezifische Behandlungsverfahren, Behandlung durch Psychopharmaka, Überblick über den aktuellen Stand der Psychotherapieforschung im Bereich Trauma, Verhinderung erneuter Viktimisierung. Traumaspezifische Diagnostik und Testverfahren (Kölner Traumainventar (KTV) Impact of Event Scale (IES). SCL-90-R in deutscher Übersetzung, Fragebogen für dissoziative Symptome (FDS), Interview zur Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, IK-PTBS, Essener Trauma-Inventar (ETI)). Epidemiologie und komorbide Störungen, spezifische Traumatisierungen, juristische Grundkenntnisse, Opferschutzgesetz (OEG, GewSchG), Möglichkeiten kontinuierlicher Fortbildung (Leitlinien, Diskussion von „Evidence-Based Medicine", Fachgesellschaften, Fachzeitschriften),
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 2. Techniken zur Stabilisierung und Affektregulation
  1. Aufbau einer sicheren Arbeitsbeziehung. Erfahren und Einüben ressourcenorientierter, narzisstisch-restitutiver imaginativer Techniken mit Schwerpunkt auf Unterbrechung und Schutz vor intrusiven Phänomenen und Selbstverletzung sowie Erlernen von Affektmodulation. Generierung innerer hilfreicher Gestalten/Begleiter und damit neuer Subjekt-Objekt- und Interaktionsrepräsentanzen und eines sicheren Bindungsmodus.
    a) Krisenintervention durch Teilearbeit (vgl. Smucker)
    b) Zusätzlich werden Techniken tiefenpsychologisch imaginativer Psychotraumatherapie praktisch eingeübt und so vermittelt.
  2. Kognitive Techniken (vgl. Ehlers, 1999), sowie
  3. DBT-Verfahren und Erlernen von Affektmodulation (vgl. Linehan 1996) werden ausführlich dargestellt, Ausblick auf experimentelle Protokolle
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 3. Traumabearbeitung überwiegend bezogen auf non-komplexe Traumatisierung
Verfahren:
  1. Ausführlich Darstellung und Vermittlung von EMDR in Theorie (Krankheitsmodelle, Indikation, Kontraindikation, Differentialindikation) und Praxis, sowie
  2. die Expositionsbehandlung nach Foa et al. (1991) im Überblick.
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 4. Überblick über die Behandlung akuter Traumatisierungen und Krisenintervention
Phasenverlauf und Erscheinungsbilder akuter Traumatisierungen, traumaspezifische Krisenintervention, Unterstützung natürlicher Verarbeitungsprozesse, Psychoedukation, Selbstberuhigungstechniken (innerer sicherer Ort, innere hilfreiche Gestalten),Verhinderung von Folgetraumatisierungen, kritischer Einsatz von Akutinterventionen (Evidenzbasis, Darstellung der Vorgehensweisen, Information zum Stand der Wirksamkeit verschiedener Verfahren). Gesprächsführung in der akuten Situation, Umgang mit Phänomenen akuter Belastungsstörungen. Diagnostik und Behandlung von Akuter Belastungsstörung und Risikopopulationen. Kooperation mit Opferhilfe-Organisationen und den Diensten vor Ort.
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 5.

Behandlung komplexer PTBS / Behandlung von DESNOS
Tiefenpsychologisch imaginatives Vorgehen

Schonende imaginative Psychotraumabearbeitung durch aktive Modifizierung im Als-Ob der Vorstellung, unterstützt durch hilfreiche Begleiter, stets ausgehend vom sicheren und geschützten Ort, Distanzierung vom traumatischen Geschehen, aktive Problemlösung. Nach der Traumakonfrontation oder der Konfrontation mit dem „inneren verletzten Kind" immer wieder Rückkehr an den sicheren und geschützten Ort.
Wiederholtes Bearbeiten traumatischer Szenen in der Imagination, bis Wirkmächtigkeit erreicht ist, dabei immer Unterstützung durch hilfreiche Gestalten. Selbstberuhigung und Abstandsregulation in der Imagination analog Screentechnik von Reddemann und Sachsse.

Erlernt werden in diesem Modul die gestufte und gut steuerbare Konfrontation mit dem Erlebten in der Imaginationen, immer ausgehend von der akuten Stabilisierung in der Imagination auf der Basis der Haltefunktion der PsychotherapeutIn. Auf diesem Hintergrund können, vor allem mittels der Arbeit mit dem „inneren Kind", der Täterkonfrontation und Introjektarbeit dysfunktionale/ über-tragungsverzerrende Affekte und Kognitionen erkannt und so verändert werden.

Malen der Imaginationen: Wechsel des Mediums und auch dadurch Verstärkung u.a. der neurophysiologischen Bahnung neuer Erfahrungen.
Vermittelt werden die besonderen Anforderungen bei

  • der Beziehungsgestaltung: Die Beziehungsgestaltung steht zunächst im Vordergrund und wird als Basis angesehen.
  • Stabilisierung
  • Traumabearbeitung und Integration
sowie
  • Informationen zu den Folgen schwerer interpersoneller Gewalt, vor allem im Kindesalter (Neuropsychologie, Beziehungsentwicklung, Bindungsstörungen sowie deren Auswirkungen in der therapeutischen Beziehung), und
  • Überblick über Grundlagen dissoziativer Störungsbilder und Verfahren der Behandlung, sowie der „Strukturellen Dissoziation nach Nijenhuis
  • Die „Mehrdimensionale Psychodynamische Traumatherapie" von Fischer 2002 wird im Überblick vermittelt.
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 6.

Selbsterfahrung und Psychohygiene
Themenzentrierte Selbsterfahrung (wenn gewünscht auch bei anderen von der DeGPT anerkannten Supervisoren bzw. bei durch ausbildungsberechtigten Instituten benannten und entsprechend in Psychotraumatherapie qualifizierten Therapeuten).

Vermittelt werden Möglichkeiten der Selbstdiagnose von sekundärer Traumatisierung und Burnout, und Möglichkeiten des Selbstschutzes für die BehandlerIn, vor allem Möglichkeiten der imaginativen narzisstischen Restitution und der Selbstfürsorge werden eingeübt. Erkennen von und Umgang mit traumatisierender Übertragung und Gegenübertragung,

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 7. Supervision
Supervision eigener Behandlungsfälle (nach Möglichkeit video-dokumentiert; u.a. Indikationsstellung und Behandlungsplanung) in Einzelsetting oder Gruppen (max. 6 Teilnehmer).
(Wenn gewünscht kann die Supervision auch bei anderen von der DeGPT anerkannten Supervisoren absolviert werden).
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Abschlusskolloquium
Kollegiales fallbezogenes Gespräch.

Voraussetzungen für die Zulassung zum Abschlusskolloquium sind sechs supervidierte und dokumentierte, kurzgefasste Behandlungsfälle) mit unterschiedlichen Störungsbildern (Vollbild PTBS, komplexe Traumatisierung u.a. nach Kindheitstrauma - mind. 50 Behandlungsstunden, und - wenn möglich - mind. eine Akuttraumatisierung) einzureichen.

4 Behandlungsfälle müssen eine volle Diagnostik (einschließlich mindestens dreier traumaspezifischer Testverfahren) beinhalten.

Zwei dieser Behandlungsfälle sind Grundlage des Abschlusskolloquium.

 
  Gesamtstunden (UE)  140